18. Techniktag der Schotterindustrie: Fachlicher Austausch und Einblicke in moderne Aufbereitungstechnik
Am 23. Juli 2026 fand der 18. Techniktag der Schotterindustrie bei der J. Friedrich Storz Baustoff GmbH & Co. KG in Neuhausen ob Eck statt. Zahlreiche Fachbesucherinnen und Fachbesucher nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen der Branche zu informieren. Im Mittelpunkt standen zukunftsweisende Themen wie die neue ZTV/TL Asphalt 2026, der Digitale Produktpass (DPP) sowie die bodenkundliche und forstliche Rekultivierung von Steinbrüchen. Ein besonderes Highlight war zudem die Besichtigung des umfassend modernisierten Schotterwerks der Firma Storz.
Die Veranstaltung wurde von Christian Rebmann, Geschäftsführer der J. Friedrich Storz Baustoff GmbH & Co. KG, eröffnet. Er begrüßte die Teilnehmenden herzlich und bedankte sich bei allen Beteiligten, insbesondere bei Gräfin Kesselstatt, deren Unterstützung zu einer gelungenen Veranstaltung führte. Anschließend stellte er das Unternehmen Storz mit seinen vielfältigen Geschäftsbereichen und Tätigkeitsfeldern vor.
Es folgte die Begrüßung durch Karl Kraft, Vorsitzender der Fachgruppe Naturstein des Industrieverbandes Steine und Erden Baden-Württemberg e. V. (ISTE) und Geschäftsführer der Karl Kraft Steinwerke OHG. Auch er sprach seinen Dank an die Organisatoren und Gastgeber aus und wünschte allen Teilnehmenden einen informativen und erkenntnisreichen Veranstaltungstag.
Im ersten Fachvortrag erläuterte Christian Rebmann die wichtigsten Neuerungen der ZTV/TL Asphalt 2026, die seit April dieses Jahres gelten. Einen Schwerpunkt bildete dabei der verschärfte Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) für Dämpfe und Aerosole von 1,5 mg/m³, der den verstärkten Einsatz temperaturabgesenkter Asphalte erforderlich macht und die Branche vor neue Herausforderungen stellt. Darüber hinaus wurden Asphaltsorten, die bislang lediglich in Hinweispapieren und Merkblättern beschrieben waren – beispielsweise splittreiche Deckschichten oder stetig gestufte Binderschichten –, nun in das Regelwerk aufgenommen. Hinsichtlich des neuen Arbeitsplatzgrenzwertes gilt derzeit noch eine Übergangsfrist, die zum 1. Januar 2027 endet.
Anschließend referierte Matthias Jumpertz vom IFM Institut für Materialprüfung Dr. Schellenberg Rottweil GmbH über den Digitalen Produktpass (DPP). Dieser wird künftig als europaweit einheitlicher Informationsnachweis für Bauprodukte dienen und ist Bestandteil der neuen Bauprodukteverordnung (BauPVO). Während die BauPVO die Einführung des DPP verbindlich vorgibt, wird dessen konkrete Ausgestaltung erst durch einen angekündigten delegierten Rechtsakt festgelegt, der im ersten Quartal 2027 erwartet wird. Bereits seit dem 20. Juli 2026 steht das von der Europäischen Union bereitgestellte zentrale Produktpassregister zur Verfügung. Ziel des Digitalen Produktpasses ist es, sämtliche relevanten Informationen eines Bauproduktes – darunter Leistungs- und Konformitätserklärungen, technische Dokumentationen, eindeutige Produkttypinformationen sowie wesentliche Umweltmerkmale – gebündelt digital bereitzustellen und über einen Datenträger, beispielsweise einen QR-Code, zugänglich zu machen.
Neben technischen Regelwerken und der fortschreitenden Digitalisierung stand auch die nachhaltige Gestaltung von Abbauflächen im Fokus der Veranstaltung. Thilo Tollkühn vom Ingenieurbüro Flickinger & Tollkühn GmbH & Co. KG beleuchtete die Anforderungen an eine erfolgreiche bodenkundliche und forstliche Rekultivierung von Steinbrüchen. Er verdeutlichte, dass insbesondere ein fachgerechter Bodeneinbau, die sachgemäße Zwischenlagerung des Oberbodens sowie eine standortgerechte Auswahl geeigneter Baumarten entscheidende Voraussetzungen für eine nachhaltige Wiederbewaldung sind.
Im Anschluss stellte Christian Rebmann die umfassende Modernisierung des Schotterwerks vor. Im Rahmen des rund 11,5 Millionen Euro umfassenden Investitionsprojekts wurden zahlreiche Anlagenteile erneuert und zukunftsorientiert weiterentwickelt. Während einer Werksführung konnten sich die Teilnehmenden selbst ein Bild von den Modernisierungsmaßnahmen machen. Christian Rebmann und sein Kollege Matthias Kohli führten die Gäste in zwei Gruppen durch die Aufbereitungsanlage und beantworteten dabei zahlreiche Fragen aus der Praxis.
Den gelungenen Abschluss des Techniktags bildete das gemeinsame Abendessen mit Maultaschen und Kartoffelsalat. In entspannter Atmosphäre bot sich den Teilnehmenden die Gelegenheit, die Vorträge und Eindrücke des Tages zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und bestehende Kontakte zu pflegen sowie neue zu knüpfen.




